Silicagelbeutel, schon wieder so ein Quatsch

Silicagelbeutel aus Schuhen und elektronischen Produkten

Unterschiedliche Silicagelbeutel

Beim Auspacken meiner neuen Kamera kommt mir als erstes natürlich wieder so ein bekannter Silicagelbeutel entgegen.

Wer kennt die Dinger nicht? Kaufen wir aus Fernost ein Elektronikgerät, Optikprodukt, Schuhe, Spielzeug oder Möbel, es kommt beim Auspacken garantiert ein Silicagelbeutelchen zum Vorschein. Es handelt sich dabei um ein Trockenmittel.

Ist doch klar, es soll vor Nässe und Feuchtigkeit schützen. Und das macht es auch, für ungefähr 10 Minuten direkt nach dem Einpacken, wenn es nicht schon vorher gesättigt war, wovon auszugehen ist.

Sollte das richtig funktionieren können, müsste das Produkt mitsamt dem Beutel in eine dircht verschlossene Sperrschicht mit möglichst wenig enthaltener Luft eingeschlossen sein. Auch die Wirkstoffmenge müsste richtig dosiert werden, was in den meisten Fällen bezweifelt werden kann. In der Sperrschicht kann der Wirkstoff dann eindringende Nässe oder durch die Sperrschicht diffundierende Luftfeuchtigkeit aufnehmen und so das Produkt schützen. Ist aber keine oder eine nicht verschlossene Sperrschicht vorhanden, dann ist der Beutel innerhalb von wenigen Minuten gesättigt und das wars dann auch schon mit der Wirksamkeit und dem Schutz.

Wenn diese Praktik von irgendwelchen Nonames aus Entwicklungsländern käme, wäre das ja noch zu verstehen. Das machen aber fast alle so, auch die absoluten Hightech-Konzerne, die uns mit den modernsten Produkten und Innovationen überfluten. Ausgerechnet die machen so einen Quatsch. Hightech und primitivste Falschanwendung direkt beisammen in einer Verpackung vereint. Prädikat: Pfusch!

Für mich ist das ein Zeichen, wie wenig Wissen über Transportgefahren, deren Vorbeugung und der Umgang mit den entsprechenden Methoden selbst in solchen Betrieben vorhanden ist und welche Stellung der Problematik eingeräumt wird. Angesichts dieser Hochtechnologien ist das doch eher verwunderlich.

Übrigens: Silicagel wird aus Wasserglas und Schwefelsäure hergestellt. Wenn (vielleicht) auch keine direkten gesundheitlichen Gefahren vom fertigen Produkt ausgehen, gesund ist es bestimmt nicht. Und unter welchen Bedingungen findet die Herstellung in den einschlägigen Ländern statt?

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