Trockenmittelmenge für hygroskopischen Beipack ermitteln

Bei der Berechnung der erforderlichen Trockenmittelmenge nach DIN 55 474 spielt die Menge hygroskopischer Beipackmittel innerhalb von Sperrschichten eine große Rolle.

Zum Zeitpunkt der Arbeitsvorbereitung und Bemessung der Konservierung kann in den seltensten Fällen die später zu verwendende Beipackmenge vorausbestimmt werden. Das stellt das Verpackungspersonal vor das Problem, dass während der Verpackungsarbeiten die Beipackmenge festgestellt werden muss und dementsprechend Trockenmittelbeigabe zu erfolgen hat.

Das eigentliche Problem liegt in der Anwendbarkeit des in der DIN 55 474 genannten Faktors für Holz. Dieser bezieht sich auf das Gewicht der Holzmenge, welchse das Verpackungspersonal vor dem Einbau wiegen müsste, was eine gebrauchsfähige Waage voraussetzt. Selbst wenn so eine Waage vorhanden wäre, würde sich die Frage stellen, wie zum Beispiel ein drei Meter langes Kantholz gewogen werden sollte.

Tabelle zur Ermittlung der erforderlichen Trockenmittelmenge bei Einbau von HolzUm die Sache zu vereinfachen, habe ich eine Tabelle erstellt, mit deren Hilfe die Trockenmittelbeigabe ermittelt werden kann. Dafür sind die Längen der verbauten Hölzer in unterschiedlichen Formaten festzustellen, was wesentlich einfacher als das Verwiegen ist.

In der Tabelle sind in der ersten Spalte gebräuchliche Holzformate gelistet. Die zweite Spalte gibt die Anzahl von Trockenmittelbeuteln an, die pro Laufmeter des jeweiligen Holzquerschnitts in die Sperrschicht einzubringen sind.

Die verarbeiteten Laufmeter eines Holzformates werden mit dem Tabellenwert für die Beutelanzahl pro Laufmeter multipliziert.
Beispiel: In eine Sperrschicht sollen 8,25 Laufmeter Kantholz im Format 80/100 eingebaut werden. In der fünften Zeile wird neben dem Format 80/100 der Faktor 2 abgelesen und mit den Laufmetern Kantholz multipliziert.

Zusätzliche Trockenmittelbeutel = 8,25 lfm x 2 = 16,5 ≈ 17 Beutel

Die zusätzliche Trockenmittelbeigabe ist sowohl von der Transport- und Lagerdauer als auch von der Wasserdampfdurchlässigkeit der verwendeten Foliensperrschicht unabhängig und stellt einen konstanten Wert dar.

Der Holzinhalt wurde mit vollem Nennmaß des jeweiligen Querschnitts ohne Berücksichtigung von Schwind- oder Untermaßen berechnet. Die Berechnung der zusätzlichen Beutelmengen erfolgte unter Ansatz eines spezifischen Gewichts des Holzes von 550 kg/m³.

Berechnungsgrundlage ist die DIN 55 474 – Trockenmittelbeutel Anwendung, Berechnung der erforderlichen Anzahl Trockenmitteleinheiten, Stand März 2015.

Der DIN entsprechend muss bei der Berechnung der erforderlichen Trockenmittelmenge die Masse hygroskopischer Packhilfsmittel „m“, hier Holz, mit einem Faktor „c“ berücksichtigt werden.

Die Masse „m“ wird in kg in die Berechnungsformel eingesetzt, es handelt sich um die durch Wiegen oder Berechnen festzustellende Masse.

Für den Faktor „c“ steht der Wert 80 zur Verfügung. Dieser bezieht sich pauschal auf in Art und Güte nicht näher bezeichnetes lufttrockenes Holz mit einem „rel. Wassergehalt von 18 %“.

Es wird im Kontext der DIN 55 474 ausdrücklich auf die Holzfeuchtigkeit hingewiesen:

-Zitatanfang
Das bedeutendste Packhilfsmittel in seiner Auswirkung auf den Feuchtegehalt einer Packung ist Holz; es sollte möglichst lufttrocken, besser aber trocken sein.
-Zitatende

So wenig Holz wie möglich einbauen, am besten gar keins!

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