Danke IMO für den neuen CTU-Code

Stabilitätsberechnung und Exportverpackung

Exportverpackung und Stabilität

Der in 2015 als nationale Rechtsgrundlage verabschiedete CTU-Code ist  Stand der Technik und liefert uns wertvolle Informationen für die Stabilitätsberechnung an Exportverpackungen.

Mit dem neuen CTU-Code, der die CTU-Packrichtlinien von 1997 abgelöst hat, haben uns die daran beteiligten Experten (Group of Experts) der UNO-Organisationen, allen voran die IMO, einen sehr wertvollen Dienst erwiesen. Sie haben unkompliziert und unbürokratisch ganz konkrete Aussagen über zulässige Spannungen für Stauholz gemacht. Und das in einer sehr vereinfachten und für Praktiker leicht anzuwendenden Form.

Auf Seite 4 des Annex 7 ist unter 2.3.2 eine Tabelle enthalten. Dort werden die zulässigen Spannungen für „Softwood timber“ (übersetzt Nadelschnittholz) genannt.

Als erstes ist zu loben, dass keinerlei weitere Typisierung in puncto Holzarten gemacht wird. Nadelholz. Punkt.

Als zweites ist zu loben, dass einfach zwei Qualitäten genannt werden: „Low quality“ und „Medium quality“. Geringe und mittlere Qualität. Einfach. Punkt.

Als drittes ist zu loben, dass keine weiteren Eigenschaften wie Ästigkeit, Schwindrisse, Faserneigung, Markröhre, Jahrringbreite, Baumkante, Krümmung, Druckholz, Verfärbung, Holzfeuchte genannt werden, wie das in der DIN 4074 gefordert wird. Praxisgerecht. Punkt.

Biegebelastung und Stabilitätsberechnung zulässige Spannungen

Biegebelastung und Stabilität

Als viertes ist zu loben, dass die Biegefestigkeiten für diese beiden Qualitäten mit 2.4 kN/cm2 bzw. 3.0 kN/cm2 beziffert werden. Das entspricht den charakteristischen Werten der Festigkeitsklassen C24 und C30 der DIN EN 338, ohne weiteren Einschränkungen und Beiwerte. Realistisch. Punkt.

So einfach kann das sein!

Was wollen wir mehr? Oder könnte denn ein unter Zeitdruck stehender Mitarbeiter, der beispielsweise im Winter bei Minustemperaturen auf dem Holzplatz vereiste Kanthölzer für den Zuschnitt eines Kistenbodens kommissionieren muss, Hölzer nach DIN-Festigkeitsklassen sortieren? Die an dem Werk beteiligten Experten sind Nautiker und wissen offensichtlich, dass bei der Auswahl von Stauholz keine Wissenschaftler tätig sind, die ihre Auswahl nach der ganzen DIN-Litanei durchführen. Das Gleiche gilt für Verpackungsholz. Es wird auf den gesunden Menschenverstand, Gefühl und Erfahrung gesetzt. Praxis eben.

Man hätte es sogar noch einfacher machen und nur eine einzige Qualität benennen können: Stauholz oder Verpackungsholz. Und das mit einer einzigen zulässigen Biegespannung von 2.4 kN/cm2. Das reicht völlig aus. Höhere Spannungen bringen nämlich erfahrungsgemäß keine proportionalen Materialeinsparungen.

Zugegeben, diese Tabelle allein reicht nicht aus, um Schwergutkolli zu berechnen. Dazu braucht es etwas mehr. Aber darin sind eben ganz entscheidende Zahlen genannt.

  • Für Stabilitätsberechnungen verwendet, liefern diese Werte wirtschaftliche Ergebnisse in Bezug auf die Materialkosten
  • Für die Transportbelastungen im intermodalen Warenverkehr liefern diese Werte praktikable und transportgerechte Bauteildimensionen
  • Im Schadensfall können diese Werte als „Stand der Technik“ für Nachrechnungen verwendet werden und bieten endlich Rechtssicherheit
  • Diese Werte decken sich mit den Ergebnissen, die ich 1980 im Rahmen eines selbst finanzierten Forschungsprojekts zur Ermittlung von Festigkeitswerten für Verpackungsholz ermittelt habe. Seitdem rechne ich selbst mit Spannungen, die sich in diesem Spektrum abbilden. Außerdem werden diese Werte seit dieser Zeit bis heute in meinen Softwareprogrammen für die Stabilitätsberechnung eingesetzt. Die Anwender haben seither sehr erfolgreich zig Millionen Kisten schadenfrei berechnet und verpackt. Die Praxis bestätigt die Theorie

Fazit: Eine Schifffahrtsorganisation liefert uns für die Exportverpackung endlich eine Problemlösung, die der eigentlich dafür zuständige Bundesverband für Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackung (HPE) seit Verabschiedung seiner Richtlinien im Jahre 1979 bis heute schuldig geblieben ist.

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